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Anmeldung Forums Fragen (Pro’s) CC auf Basiswerte, die hohen Buchverlust aufweisen

  • CC auf Basiswerte, die hohen Buchverlust aufweisen

    Posted by Thomas on 12. Februar 2022 um 10:35

    Man hat Basiswerte im Depot, die weit unter dem Kaufkurs liegen. Darauf schreiben man Covered Calls immer über den Kurs, oder zumindest am Kaufkurs. Ist der Wert schwer unter die Räder gekommen, gibt es dafür keine Prämien mehr.

    So stelle ich hier meine Überlegungen zur Diskussion und ich warte auf entsprechende Gegenargumente, welche diesen Ansatz aushebeln.

    Also was kann man dagegen tun? Diese Frage stelle ich mir immer wieder und heute ist mir dazu folgende Überlegung eingefallen:

    1. Man schmeißt die Nerven weg und trennt sich vom Basiswert und realisieren den Buchverlust
    2. Man kauft weitere Aktien nach, um den Mittelpreis zu senken (Cost Averaging), wobei die meisten davon abraten, denn man soll nicht in ein fallendes Messer greifen. Vor allem geht das Spiel nicht ewig.
    3. Man verkaufet CC am neuen Mittelpreis – der klassischer Ansatz. Wie schon erwähnt sieht es da aber mit den Prämien nicht mehr gut aus
    4. Man verkauft CC immer ATM oder leicht OTM um die höchste Zeitprämie einzunehmen.

    Mehr Überlegungen zum Punkt 4:

    • der CC ATM oder am ersten Strike darüber bringt den höchsten Zeitwert. Es wird reiner Zeitwert und keinen inneren Wert verkauft!
    • Liegt der CC zum Verfall OTM, dann behält man die volle Prämie und fangen von vorne an.
    • Steigt der Kurs an, dann ist der CC ITM. Ein steigender Kurs könnte die IV etwas absenken. Das Vega und das Theta arbeiten ein bisschen gegen das Delta.
    • Man kauft den ITM CC im Verlust zurück, sobald das Delta bei 0,8 bis 0.9 liegt. Warum? Weil sonst der CC ausgeübt werden könnte und man die Aktien zum Strike liefern muss. Man behält zwar die volle Prämie, aber der Buchverlust im Basiswert ist realisiert.
    • Steigt also der Kurs über den Strike, wird die Option immer im Verlust glattgestellt um einer Ausübung vorzukommen. Je später desto besser, denn dann ist mehr Zeitwert entwichen.
    • Das klingt auf den ersten Blick verrückt – Man verkauft die Option im Verlust. Doch man muss auch einen Blick auf den Buchverlust im Basiswert werfen. Der ist nämlich geringer geworden und zwar genau um die Kursanstieg im Basiswert.
    • D.h. dass sich der innere Wert der Option und der Kurszuwachs im Basiswert aufheben, allerdings ist Zeitwert aus der Option entwichen und das ist der eigentliche Gewinn.
    • Diesen Ablauf wiederholt man solange, bis der Kurs ein Niveau erreicht hat, bei dem sich der klassische CC wieder rentiert.

    Bei der Auswahl der Laufzeit kann man wie folgt vorgehen:

    • Man rechnet sich die Prämieneinnahme pro Tag für die nächsten zwei bis drei Verfallstermin aus und nimmt jenen Termin her, der die höchste durchschnittliche Tagesprämie bringt.
    • Auf Earnings und Ex-Dividend-Days ist zu achten

    Was passiert wenn die Aktie mit Buchverlust ausgebucht wird?

    • Ist man froh darüber, dann endet hier die Reise.
    • Man behält den kompletten Zeitwert, allerdings schneller als geplant
    • Man kann sich aber auch den Wert wieder ins Depot holen, via Direktkauf oder Short Puts und das Spiel von vorne beginnen
    • Diese Diskussion wurde 2 Jahre, 4 Monate aktiv. von  Thomas geändert.
    Jan beantwortet 2 Jahre, 3 Monate aktiv. 12 Mitglieder · 29 Antworten
  • 29 Antworten
  • Stefan

    Mitglied
    12. Februar 2022 um 11:04

    Hallo Thomas,

    ich finde Deine Überlegungen zum Punkt 4 absolut schlüssig. Mir fallen dazu noch zwei strategische Überlegungen ein.

    Qualität des Underlying:
    Eignet sich das Underlying zum Halten im eigenen Depot (Qualität, Dividende, etc) um gemäss Punkt 4 zu handeln?
    Wenn nicht, könnte man den Buchverlust realisieren und mit geeigneteren Underlyings arbeiten, um den realisierten Verlust wettzumachen. Möglicherweise ist man so in der Risikosteuerung flexibler (Kurstechnisch, IV, etc), als mit dem Buchverlust-Underlying weiterzumachen.

    Steuerlicher Aspekt:
    Unter Umständen kann es steuerlich Sinn machen Verluste zu realisieren. Das ist dann von der individuellen Situation abhängig.

    LG
    Stefan

  • Tom

    Mitglied
    12. Februar 2022 um 16:32

    Ich achte in so einem Fall immer auch auf den Chart und verkaufe einen CC auch unterhalb des Kaufpreises wenn ein Swing nach oben stattgefunden hat. Wenn der CC dann trotzdem noch ins Geld läuft rolle ich für even money.

  • Thomas

    Moderator
    12. Februar 2022 um 16:47

    Ich habe mal versucht, dass über historische Daten anhand eines Beispiels nachzurechnen und da funktioniert es aber nicht, so wie von mir gedacht und ich habe noch nicht verstanden warum:

    Folgende Annahme:

    Basiswert wurde zu 135$ eingebucht:

    asas

  • Thomas

    Moderator
    12. Februar 2022 um 17:26

    Ich habe mal versucht, dass über historische Daten anhand eines Beispiels nachzurechnen und da funktioniert es aber nicht, so wie von mir gedacht und ich habe noch nicht verstanden warum:

    Folgende Annahme:

    Aktien sind zu 135$ eingebucht worden:

    • Datum Kurs Strike LZ Prämie Aktion
    • 31.12.21 … 118,79 … 119 … 07.01.22 … 365 … CC schreiben
    • 06.01.22 … 126,63 … 119 … 07.01.22 … -815 … CC schließen
    • 06.01.22 … 126,63 … 127 … 14.01.22 … 410 … CC schreiben
    • 13.01.22 … 131,37 … 127 … 14.01.22 … -590 … CC schließen
    • 13.01.22 … 131,37 … 132 … 21.01.22 … 370 … CC schreiben
    • 20.01.22 … 131.03 … 132 … 21.01.22 … -139 … CC schließen
    • 20.01.22 … 131.03 … 131 … 28.01.22 … 420 … CC schließen
    • 28.01.22 … 115.23 … 131 … 28.01.22 … 0 … CC verfällt wertlos
    • 28.01.22 … 115.23 … 116 … 04.02.22 … 340 … CC schreiben
    • 03.02.22 … 123.47 … 116 … 04.02.22 … -800 … CC schließen
    • 03.02.22 … 123.47 … 124 … 11.02.22 … 430 … CC schreiben
    • 10.11.22 … 123.98 … 124 … 11.02.22 … -181 … CC schließen

    Wenn man Prämien-Einnahmen (immer Bid-Kurs) und -Ausgaben (immer Ask-Kurs) zusammenzählt, ergibt sich ein Aufwand von $530. Der Kurs stieg im Zeitraum von 118,79 auf 123,98 also um 5,19$. D.h. es bleibt ein negativer Saldo von 11$ (ohne Spesen) über.

    Was ist mit dem Zeitwert passiert? Warum ist das Ergebnis nicht besser?

    Wenn ich den CC leicht OTM verkaufe, dann ist der innere Wert gleich Null und der Optionspreis besteht nur aus Zeitwert, der bis zum Verfall erodieren muss. Zum Verfallszeitpunkt besteht der Optionspreis entweder aus seinem inneren Wert oder er verfällt wertlos. Ich habe die Optionen immer einen Tag vor Verfall geschlossen um einer Ausübung zu entgehen und ich habe dann sofort einen neuen CC geschrieben.

    • Diese Antwort wurde von  Thomas modifiziert 2 Jahre, 4 Monate aktiv..
    • Alexander

      Mitglied
      23. Februar 2022 um 16:03

      Hi Thomas

      Meinem Verständnis nach hast du die IV außer Acht gelassen. Der Zeitwert ist ja abhängig vom Underlying und vom Zeitverfall (das hast du mit einberechnet) aber auch von der IV. Wenn du die Optionen wieder schließt (weil Verfallen lassen ja auch nicht geht) die IV beim Schließen aber höher war als beim Eröffnen dann hast du dadurch einen Verlust. Den Zeitwert als Prämie würdest du nur komplett bekommen wenn die Option verfällt. Wenn wir uns deine ersten beiden Zeilen anschauen dann ist der Kurs von 118,79 auf 126,63 gestiegen. Strike war 119. Somit wäre der innere Wert der Option 126,63 – 119 = 7,63$
      Du hast die Option aber für 815$ geschlossen. Somit also 52$ über dem inneren Wert. Das heißt du hast hier keinen Zeitwert über die 4 Tage gutgeschrieben bekommen sondern sogar noch 52$ verloren. Diese 52$ Zeitwert sind erst aus der Option raus nach Verfall und ich vermute deshalb ein Minus wegen eines entsprechenden Anstieges der IV?
      Wenn du das umgehen würdest wollen müsstest du die Option jedes Mal verfallen lassen, dir die Aktien ausbuchen und dann direkt bei Börsenbeginn wieder einkaufen um das weiterzufahren. Damit hast du auf jeden Fall den Zeitwert den du bei Eröffnung der Option als Prämie bekommen hast jedes Mal verdient. Allerdings ist hierbei das Problem das der Aktienkurs am Montag ganz anders eröffnen kann als er am Freitag geschlossen hat und du dadurch zusätzliche Gewinn/Verluste machen kannst.

      Eine andere Möglichkeit wäre es statt CC ATM zu setzen eine Covered Call bei ca Delta 0,2 zu setzen mit einem Stop Buy kurz vor dem Strike. Damit hast du eine recht gute Wahrscheinlichkeit, dass deine Option verfällt, du bekommst im Normalfall noch eine akzeptable Prämie um deinen Einstieg zu reduzieren und falls die Aktie doch steigen sollte triggert dein Stop Buy und dein Call ist ohne Verlust über die neu gekaufte Aktienposition gedeckt während deine Originalaktien weiterhin vom Anstieg profitieren können.
      Risiko hierbei sind klarerweise Gaps bzw Umkehrer wenn die Aktie den Strike kurz antippt und dann wieder abfällt.

      • Thomas

        Moderator
        23. Februar 2022 um 17:41

        Hallo Alexander,

        danke für Deine Ausführungen. Mittlerweile habe ich bereits andere Ansätze durchgerechnet, die besser funktionieren. Ich möchte diese aber noch mit unterschiedlichen Basiswerten verifizieren, bevor ich das poste. Mein Fazit lautet aber bisher (und das ist keine große Erkenntnis). Wenn ein Depotwert stark nach unten gappt wird es richtig schwer da über Prämieneinnahmen zu retten.
        Deinen Ansatz mit Aktien ausbuchen lassen und sofort wieder einkaufen, scheint auf den ersten Blick zu passen, doch beim Backtesten kommen keine vernünftigen Erträge dabei raus.

        Im Grunde war das mein Ansatz, ich lukriere jedes Mal den Zeitwert weil ich die Option verfallen lasse, bzw. die mir die Aktie ausbuchen bzw. zuteilen lasse. Doch das funktioniert im Backtest auch nicht. Man erhält spätestens dann ein Problem, wenn Kurse stark nachgeben.

        • Alexander

          Mitglied
          23. Februar 2022 um 17:46

          Hi Thomas

          Ok vielen Dank für deine Erfahrungen dabei, bin sehr auf deine Ansätze gespannt wenn du bereit bist diese zu posten.
          Darf ich dich vlt fragen wo du backtestest? ich wollte das selbst für das Thema mal bei ToS machen aber bei Thinkback stimmen die Optiosnpreise teilweise nicht wenn man sich das im Detail anschaut und deshalb ist das dort sehr aufwendig. Gibt es da eine bessere günstige/gratis Lösung mit der man das vernünftig machen kann?

          • Thomas

            Moderator
            23. Februar 2022 um 17:55

            Tjo Alexander,

            das ist das große Problem.
            Ich kann auch nur die TOS Daten (Thinkback) hernehmen und ich berechne dann alles in EXCEL, das ist sehr mühsam, zeitaufwendig, fehleranfällig und mental anstrengend.

            Man könnte sich gegen echt viel Geld historische Optionsdaten kaufen. Wenn man z.B: den Kurs beim APPL Basiswert seinen Optionskursen gegenüberstellt, erkennt man dass auf dem Basiswert gleichzeitig über 1.000 unterschiedliche Optionspreise gegenüberstehen. Das ist ein Vielfaches an Daten und daher verständlich, dass es dazu kaum historische Datenreihen gibt.

            Warum über 1000? Jeder Verfallstermin (Weeklies, Monthlies, LEAPS) bietet viele unterschiedliche Strikes an und zu jedem Strike gibt es den Bid/Ask für Calls und Puts.

  • Giuseppe

    Mitglied
    12. Februar 2022 um 18:55

    Hallo Thomas, auf die Schnelle:
    Du hast bei den CC eine fehlerhafte Summe. Ich komme auf einen Verlust aus den ganzen Transaktionen von 190$. Schau mal nach, aber die Differenz sind genau die 340$, die Du am 28.1. für den neuen CC bekommst. Das sind die, die in Deiner Rechnung fehlen könnten.

    Dann sind es in Summe 329$ Gewinn und damit 190$ weniger als Buy-and-Hold ohne CC. Wobei das Dilemma m.E. damit zusammenhängt, dass die Aktie entsprechend schwankt.

    Ich schaue es mir noch genauer an und schreibe dann in den nächsten Tagen dazu

    • Diese Antwort wurde von  Giuseppe Matera modifiziert 2 Jahre, 4 Monate aktiv..
    • Thomas

      Moderator
      12. Februar 2022 um 20:03

      Stimmt, mein Rechenfehler, der Prämienverlust macht dann $190 nur aus, was allerdings immer noch viel zu wenig für den ganzen Aufwand ist.

  • Rene

    Mitglied
    12. Februar 2022 um 19:33

    Hallo Thomas,

    mir fallen noch zwei weitere Wege ein:

    1. Der asynchrone Wheel von Eric. Den habe ich selbst schon angewendet und hatte Erfolg damit. Man rollt dann bei wenig Zeitwert von einer auf zwei Optionen und erhält häufig noch eine positive Prämie.

    2. Nach der Verbilligung mit den neuen Aktien wird der Strike vom Call etwas über den Wert der eingebuchten neuen Aktien geschrieben. Somit kannst du mit der neuen Teilmenge wieder Prämie vereinnahmen und die teuren Aktien bleiben als Rücklage für eine spätere Option bei höheren Kursen ungefährdet. Das ist eine Idee vom Geldkapitän und ich wende es gerade auf meine abgesoffenen Aktien bei Paypal an. Somit kann man wenigstens mit einen Teil der Aktien noch Prämie generieren und unter Umständen bei einer Ausbuchung zusätzlich Geld aus der Aktie zugewinnen.

    Ich vermute mal, dass es soviel Wege wie Köpfe gibt. Bei überschaubaren Absackern habe ich auch gerne mal einen Strangle mit Delta 30 geschrieben. Hier kann ich unter Umständen verbilligen oder bekomme den Kurs über die höhere Prämie weiter gedrückt.

    Gruß René

  • Jan

    Mitglied
    13. Februar 2022 um 20:43

    Hallo Thomas,
    Du sprichst hier ja ein Thema an, dass vermutlich viele bewegt und es ist gut zu überlegen welche Optionen man hat.
    Aus meiner Sicht muss man sich entscheiden, ob man ein zusätzliches Risiko eingehen will oder dem “klassischen Ansatz” (Deine Nummer 3) folgen will. Dazu kommt dann sicher noch Deine Nummer 1, wobei ich hier durchaus eine valide Option sehen kann, wenn man normalerweise klassisch verfährt (dann ist man ja eigentlich Aktienanleger und hat hoffentlich eine Analyse gemacht die einen bestätigt die Aktie für den damaligen Strike Preis auch besitzen zu wollen) und die Einschätzung zur Aktie ändert oder seine ganze Strategie ändert und ein paar der Positionen auflösen muss, um weiterzumachen.
    Das zusätzliche Risiko, das ja auch bedeutet man muss dafür noch Kapital haben, kann man sicher in diversen Formen eingehen:
    -Dein Punkt 2 finde ich da eher am wenigsten optimal.
    -Eine eher gesehene Abwandlung von Punkt 2 ist doch auf dem tieferen Level erneut short puts zu verkaufen (auch bekannt als rescue Mission). Da hat man ja schon viele Optionen, eher konservativ mit geringem Delta oder eher ATM.
    Aus meiner Sicht macht das alles aber eher Sinn, wenn man zusätzlich noch über andere Input Kanäle wie Charttechnik oder Fundamentalanalyse die Wahrscheinlichkeit für einen Boden bei dem Preis erhöhen kann. Hier wird es nun wieder dünner das Eis, denn wer kann das schon in der breiten Masse?
    -auch Premium auf der Call Seite mit niedrigeren Strikes als dem BE Preis zu sammeln ist eine Möglichkeit die es in vielen Ausprägungen gibt. Punkt 4 bei Dir ist eine sehr aggressive Variante. Diese kann gut gehen, muss aber nicht.
    Stell Dir vor die Aktie steigt stärker an und Du kaufst den/die calls mit Verlust zurück. Die Aktie erreicht aber noch nicht den Punkt wo Du diese wieder lost wirst. Nun fällt die Aktie wieder auf den Kurs zurück wo Du gestartet hast. Dann hast Du Verlust über den Rückkauf der calls gesammelt und stehst beim gleichen Preis der Aktie schlechter da also vorher.
    -Alternativ geht man etwas weiter weg mit dem Strike, bekommt aber weniger Prämie. Ich versuche dann meistens eher für eine Miniprämie weiter zu rollen. Problem ist: steigt die Aktie nun auf den Kurs Deines Einstandes, hast Du immer noch den gerollten short call, also praktisch den eingefrorenen Verlust.
    -es gibt dass noch ein paar andere Ideen, welche die oben aufgeführten Grundideen weiterentwickeln, wie z.B. Ratio Spreads

    Persönlich sehe ich das so:
    Wenn man mehr möchte als die Standard CSP/CC Strategien wie Wheel, dann gibt es keine einfache Strategie die immer wirkt. Viele haben die V-förmigen Erholungen im Bild, weil dies seit 2020 Coronna immer so war. Dein Punkt 4 baut ja auch darauf auf, dass es nicht wieder zurück sondern hoch geht.
    Um hier Strategien umzusetzen ist es meist hilfreich dann doch viel mehr Skills zu haben und Erfahrung kann auch nicht schaden. Und selbst dann sind die Ergebnisse der Trader doch oft unterschiedlich, weil man eventuell auch beim Timing und der gewählten Strategie noch ein Quäntchen Glück braucht. Deswegen ist es aus meiner Sicht auch wichtig Strategien anzuwenden die nicht Prämie verbrennen wenn diese nicht aufgeht (und dazu zähle ich Deinen Punkt 4)

    Ich hoffe die Anregungen helfen weiter

  • Thomas

    Moderator
    13. Februar 2022 um 22:13

    Hallo Jan,

    danke für Deine Anregungen. Ich habe mir schon die Mühe gemacht und Trades per Hand nachgerechnet. Am Ende hat nicht viel herausgeschaut, weil der untersuchte Wert (BABA) im untersuchten Zeitraum einen schönen Rücksetzer hatte.
    Bevor man den Call im Verlust zurück kauft, könnte man diesen weiter nach oben rollen, das setzt allerdings voraus, dass man den ersten SC nicht ATM setzen darf, weil ja dann sofort ein Rollbedarf entstehen würde und wenn es das Konto hergibt kann man mittel einer BUY STP Order der SC zum vernünftigen Preis Covern – theoretisch ist er ja bereits gecovered, allerdings zu einem Kurs der über dem Strike des SC liegt. Da sollte aber eine Aufwärtsmomentum vorhanden sein, weil wenn es blöd läuft wird der Stop ausgelöst und der Kurs dreht wieder nach unten und man noch mehr Aktien im Depot

    • Brian

      Mitglied
      15. Februar 2022 um 21:30

      Ich verkaufe den CALL so zwei Strikes hoher und macht dann noch ein STP BUY LMT dazu (execute outside regular trading hours). Was bedeutet, statt am anfang mehr zu kaufen und der Preis zu drucken, passiert es erst wenn der Aktie anfangt anzuziehen.

  • Thomas

    Administrator
    20. Februar 2022 um 12:05

    Vielen Dank für eure Inspirationen. Ich habe meine Gedanken dazu gleich in ein Video gebracht: https://youtu.be/JrrqMqPEreo

    Viel Spaß beim Ansehen.

    lG Thomas

  • Martin

    Mitglied
    20. Februar 2022 um 13:03

    Ich habe aktuell mehrere solche Wheel Positionen, wo ich derzeit Calls zum Einbuchungskurs nicht verkaufen kann. Ich habe vor ein paar Wochen das Wissen über Rescue Mission von Markus Heitkötter und Rollen von Eric Ludwig kombiniert und mache es derzeit so:

    Wenn die Aktie an aktuellem Tag um mehrere Prozent (2% oder mehr) gestiegen ist, dann verkaufe ich Calls asymmetrisch, also z.B. bei 200-300 Aktien nur 1 Kontrakt. Delta etwa 30, Laufzeit 1-2 Wochen. Wenn Call am Verfallstag ITM ist, dann rolle ich für even money. Wenn es vorher ausgebucht wird, dann habe ich zwar Verlust mit 100 Aktien realisiert, aber freue mich drüber, dass die andere 200 Aktien gestiegen sind.

    Wenn die Position bereits um min. 30% im Minus ist, dann verkaufe ich an Tagen wo die Aktien um mehrere Prozent gefallen ist, auch Put asymmetrisch. Wenn Put am Verfallstag ITM ist, dann rolle ich für even money. Also es kann vorkommen, dass ich damit Short Strangle aufbaue… wobei Call und Put wurden nicht an selbem Tag verkauft.

    Die Optionen schließe ich bei +90% und warte auf nächste stärkere Bewegung nach oben oder nach unten und schreibe dann wieder Call bzw. Put.

    Heuer habe ich das z.B. mit SQ so gemacht. Die Aktie wurde mir für 152,5 eingebucht. Mit Optionen habe ich seit Einbuchung 733,29 verdient. Aktuell habe ich noch ein 90er Put bis 25.2. offen (ich weiß dass am 24.2. die Earnings sind, musste aber rollen).

    • Stefan

      Mitglied
      20. Februar 2022 um 20:32

      Diesen Mix finde ich auch interessant. Überlege gerade, ob ich das auch so bei meinen PayPal Aktien mache. Zu 170 die ersten eingebucht. 1. Rescue Mission weitere zu 120 bekommen. Habe nun einen Short Put mit Strike 85 als zweite Rescue zu laufen. Da denke ich sollte die Basis sein. Nach Markus Heitkötter sollte man keine CC unter der Costbasis verkaufen. Ich finde aber auch die Idee von Eric spannend, mit dem asymmetrischen CC zu arbeiten. Die Weiterentwicklung von Thomas diesen CC noch mit einem Long Call zu kombinieren…..Mmmmh auch interessant. Mal sehen, ich bin mir ehrlich noch nicht sicher. Werde die Aktie beobachten und mich dann entscheiden.

  • Reiner

    Mitglied
    21. Februar 2022 um 07:38

    Guten Morgen Thomas,
    Solche Feuerwehrmassnahmen sind wie der Versuch, die Zahnpasta wieder in die Tube zu bekommen.

    Ich finde es unverantwortlich – trotz Disclaimer – Euren überwiegend unerfahrenen Kunden in solchen Zeiten eines überproportional hohem tail risk Eure Wheel Strategie zu empfehlen und sie damit ins offene Messer laufen zu lassen.

    Short Put Strategien sind dann eine lukrative Technik, wenn das Umfeld stimmt.
    Im jetzigen Umfeld sehen wir u.a.
    – extrem niedrige Liquidität
    – hohe Volatilität (Vix, VXX)
    – politsche Unsicherheit
    – notwendiges tapering und Zinserhöhung seitens der FED
    – drastischen Rückgang der Marktbreite
    – aussergewöhnliche negative Gamma Exposure

    Der Verlockung hoher Prämieneinnahmen zu erliegen ist verständlich.
    Insbesondere der letztgenannte Punkt sollte jedem jedoch ein leuchtendes Warnsignal sein, dass eine short Put – und damit auch eine short Vega – Strategie zur Zeit hochriskant ist.
    Wer dann noch in Earnings hinein Positonen hält oder gar eröffnet – sorry – der hat es nicht anders verdient, als (Zitat) sich “mit zerbombten Positionen” wiederzufinden !

    Generell sind short Put strategien (mögen sie Wheel heissen oder sonstwie) eine durchaus lukrative Sache.
    Man sollte aber wissen, WANN sie hohe Probabilität haben und WANN deren Nachteile ein zeitweiliges Aussetzen erfordert.
    Man kann hoffen, dass diejenigen Händler, die nun auf grossen Verlusten sitzen, die Gründe dafür erkennen lernen.
    Wer keine Tagesroutinen hat zur Bestimmung der Marktlage, wer keine Tagesanalyse zur Volatilität macht, wer nicht täglich die Gamma Exposure anschaut etc., der fährt mit einem Bobbycar auf der Autobahn.

    Und hier müsstet ihr ansetzen ! – Nicht in den Tricks oder irgendwelchen Feuerwehr “Strategien”.
    Gruss, Reiner

    • Reiner

      Mitglied
      21. Februar 2022 um 15:29

      Hier einige Graphiken, die meine Statements anschaulich machen:
      A) Der Einbruch der Liquidität (Quelle: Bloomberg)
      B) Gamma Exposure aktuell (Eigene Berechnung)
      C) Historische Gamma Exposure in der Historie, mit S&P überlagert (Quelle: tier1alpha.com)
      Die Stellen positiven Gammas zeigen die Zeiten, in denen man mit relativ geringem Risiko Short Puts schreiben kann, die Zeiten mit negativem in rot markiertem Gamma zeigen die Zeitzonen, in denen short Put oder short Vega Strategien äusserst riskant sind.
      Man sieht den krassen Gamma Abfall seit Januar.
      Wer seitdem Optionen schreibt, darf sich über Verluste nicht wundern.

      • Tom

        Mitglied
        21. Februar 2022 um 17:32

        Hallo Reiner,

        Das ist ja super interessant, Gamma Exposure kannte ich vorher noch nicht. Vielen Dank

        Ich werde jetzt regelmäßig mal bei tier1alpha vorbeischauen.

        Bezgl. der Liquidität. Kennst Du da eine kostenlose Quelle wo man sich diesen Indix anschauen kann?

        • Stefan

          Mitglied
          21. Februar 2022 um 18:40

          Hallo Tom,

          der User @FadingRallies veröffentlicht auf Twitter ab und an solche Screenshots von der Liquidität, so wie auch den obigen vor ein paar Tagen.

          LG

          Stefan

          • Reiner

            Mitglied
            21. Februar 2022 um 19:06

            Hallo Stefan,
            Danke für den Tipp. Der Typ hat tatsächlich sehr interessante Charts zu bieten.

    • Thomas

      Administrator
      22. Februar 2022 um 07:37

      Hallo Reiner,

      vielen Dank für dein wertvolles Feedback. Die Risiken die du aufzählst gibt es natürlich, keine Frage. Allerdings sitzen viele, unter anderem auch ich (PINS), auf Positionen die eröffnet oder zugeteilt wurden, als die Punkte in deiner Aufzählung noch anders ausgesehen haben und die Welt noch rosiger waren.

      Jetzt hätte man durchaus sagen können, dass man früher die Notbremse hätte ziehen müssen. keine Frage und nachher sind (nicht nur an der Börse) immer alle schlauer.

      Daher verstehe ich deine Intention gegen diese “Feuerwehrmaßnahmen” (wie du es nennst) absolut nicht. Wenn ich schon auf einem Verlierertrade sitze, warum sollte ich dann nicht noch das Beste daraus herausholen wollen?

      Darüber nachzudenken und Lösungen vorzustellen, ist in meiner Welt legitim. Wenn du das anders siehst ist das aber natürlich auch vollkommen okay. Hätten immer alle die gleiche Meinung, würden an der Börse nie Kurse entstehen.

      Was mich aber interessierst: Wie “pflegst” du bestehende Positionen? Wie gehst du mit “Verlierertrades” um? Welche Strategien wendest du im Moment an?

      Den Finger in die Wunde zu legen ist relativ einfach, Lösungen und Alternativen zu präsentieren bedeutend schwerer. Daher würde ich mich sehr über Inputs von dir freuen die andere Wege aufzeigen. Du hast ein enormes Fachwissen und du könntest doch einen kleinen Teil davon mit der Community teilen. Falls du magst 😉

      lG Thomas

  • Reiner

    Mitglied
    21. Februar 2022 um 18:43

    Hallo Thomas,
    Die Liquiditätscharts bekomme ich von einem Traderkollegen, der beruflich den ganzen Tag vor einem Bloomberg Terminal sitzt. Ich schaue mich mal um, wo es eine freie Quelle dazu gibt.
    Die Berechnung des täglichen Gamma mache ich selber. Ich nutze dazu Phyton, und habe mir den Code aus der Seite von Sergej Perfilief kopiert und einige Anppassungen vorgenommen, aber es funktioniert bestens.
    Hier ein Video dazu
    https://www.youtube.com/watch?v=Sm5JveelyE4
    Hier der Link zu seiner Seite
    https://perfiliev.co.uk/market-commentary/how-to-calculate-gamma-exposure-and-zero-gamma-level/

  • Reiner

    Mitglied
    21. Februar 2022 um 18:50

    Hallo Tom,
    Zum Thema Equity Liquidity hab ich direkt bei der CME nachgeschaut.
    Ich weiss nicht, ob man die Seite ohne einen account erreicht – einfach probieren.
    Notfalls legst Du einen kostenlosen account an
    https://www.cmegroup.com/newsletters/liquidity-insights/liquidity-insights-q4-equity-volatility.html

    Gruss, Reiner

  • Reiner

    Mitglied
    21. Februar 2022 um 18:55

    Hier der direkte Link zum CME Tool:
    https://www.cmegroup.com/tools-information/cme-liquidity-tool.html
    Ich nutze diese Informationen vor allem im Rohstoffhandel

  • Jan

    Mitglied
    21. Februar 2022 um 23:44

    Hallo Reiner,

    vielen Dank für die vielen guten Informationen. Ich nutze Gamma Exposure bisher gar nicht und werde mir das auf jeden Fall mal ansehen und versuchen in mein Trading zu integrieren.
    Allerdings denke ich nicht, dass es nur diesen Weg gibt um in solchen Phasen als Premiumverkäufer aktiv zu sein, so wie es beim Aktienhandel ja z.B. auch technische und fundamentale Ansätze gibt. Ich persönlich bin mit den Ergebnissen in den letzten 3 Monaten eigentlich sehr zufrieden.
    Ich denke auch, dass Du verkennst das es nicht darum geht short put Strategien jetzt besonders anzupreisen – wir sehen viel mehr das Ergebnis des “short put Hypes” (mit allen seinen Unterstrategien). Ursache der Probleme sind in vielen Fällen in den zwei Grundpfeilern dieser Strategie zu suchen:
    1. Aktienauswahl
    2. Money Management
    Als ich vor einigen Monaten mal versucht habe in diversen Situationen auf die möglichen Gefahren hinzuweisen, wurde man teils böse angegangen. Die Totschlagargumente waren immer: man handelt ja Qualitätsaktien und bei cash secured ist alles kein Problem. Die wenigsten haben je verstanden, dass man zwar argumentieren kann dass man mehr Möglichkeiten als der reine Aktienanleger hat, aber am Ende halt doch ein Aktienanleger ist = auch die Hausaufgaben machen muss. Dazu kommt sicher die besondere Phase seit dem Corona Crash, geprägt durch V-förmige schnelle Erholungen ->das brachte alles wieder schnell ins Lot. Cash Secured war auch eher ein Schlagwort, denn es setzte dann ein “höher, schneller, weiter” ein. Noch heute finde ich das viele Influencer keinen guten Beitrag leisten wenn es um Money Management geht. Aber auch IB ist nicht unschuldig – Mittlerweile denke ich, dass die Portfolio Margin die IB einführte nach dem Brexit eine der größten Gefahren für die unerfahrenen Options Trader ist.

    Gruß Jan

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