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  • Rafael

    Mitglied
    6. Januar 2023 um 17:11

    Hallo Marc,

    eine Einkommensteuervorauszahlung ist eine ganz normale Sache. Hintergrund der, da√ü das Finanzamt nicht wartet, bis eine Steuererkl√§rung abgegeben wird, sondern aus den laufenden Einkommen sofort die Steuern kassiert. Bei Angestellten und Kapitalertr√§gen aus Deutschland werden die Steuern direkt vom Arbeitgeber bzw. der Bank abgef√ľhrt, bei anderen Einkunftsarten wie Selbst√§ndigen, Rentnern in der Steuerpflicht oder eben Kapitalertr√§gen aus dem Ausland wird direkt mit dem Steuerpflichtigen abgerechnet. Im Normalfall l√§uft das √ľber die viertelj√§hrlichen Vorauszahlungen. Im Fall da√ü erstmals solche Ertr√§ge auftreten wird – wie bei Dir – f√ľr das Folgejahr aber auch nachtr√§glich eine Summe sofort f√§llig.

    Ein Einspruch als solcher hätte also keine Berechtigung. Wenn aber das Einkommen stark schwankt können die Vorauszahlungen auf Antrag des Steuerpflichtigen entsprechend angepasst werden.

    Jeder Trader der Kapitalerträge aus dem Ausland bezieht sollte Ende Dezember ermitteln wie hoch der Gewinn ausgefallen ist, die darauf entfallenden Steuern berechnen (also 25% + Soli + ggf. Kirchensteuer) und diese Steuern dem Kapitalkonto entnehmen.

    Sollten Deine Kapitalerträge in 2022 deutlich geringer als 2021 angefallen sein, solltest Du eine vorläufige Aufstellung machen und beim Finanzamt eine Herabsetzung der Vorauszahlung beantragen.

    Sobald Du quartalsweise Vorauszahlungen leisten musst solltest Du die anfallenden Steuern auf Deine Gewinne zeitnah dem Tradingkonto entnehmen. Du vergleichst dann immer die tatsächlichen Gewinne mit den der Vorauszahlung zugrunde gelegten und kannst wiederum bei deutlichen Abweichungen nach unten eine Herabsetzung beantragen (mit entsprechender Aufstellung).

    Im Ergebnis mu√üt Du auch bei ausl√§ndischen Kapitalertr√§gen die Steuer mit einkalkulieren und hast durch das Auslandskonto keinen Liquidit√§tsvorteil, daf√ľr aber mehr Arbeit.

    Am besten ist nat√ľrlich, wenn Du einen entsprechenden Puffer an Geld zur Verf√ľgung hast um auch eigentlich zu hohe Vorauszahlungen leisten zu k√∂nnen – mit Abgabe der Steuererkl√§rung werden zuviel gezahlte Betr√§ge ja erstattet.

    F√ľr Selbst√§ndige ist diese Vorgehensweise schon immer selbstverst√§ndlich gewesen … als Trader hast Du den Vorteil, da√ü Du keine formelle Buchhaltung machen mu√üt und Du zahlst im Allgemeinen einen niedrigeren Steuersatz.