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  • Die höchste Auszeichung – Steuervorauszahlung

    Posted by Marc on 6. Januar 2023 um 16:38

    Hallo Händlerkollegen,

    soeben habe ich vom Finanzamt die wohl höchste Auszeichung für erfolgreichen Börsenhandel bekommen – eine fette Steuervorauszahlung. Sogar in besonderer Ausführung, da ich die Vorauszahlung für 2022 komplett nächsten Monat überweisen darf – zusammen mit der Nachzahlung von 2021.

    Das finde ich schon ganz schön dreist, daher wollte ich mal in die Runde fragen, was ihr in dieser Situation gemacht habt. Ich werde natürlich widersprechen. Mit welchen Argumenten habt ihr das (erfolgreich) geschafft?

    Beste Grüße, Marc

    Andreas beantwortet 1 Jahr aktiv. 5 Mitglieder · 12 Antworten
  • 12 Antworten
  • Rafael

    Mitglied
    6. Januar 2023 um 17:11

    Hallo Marc,

    eine Einkommensteuervorauszahlung ist eine ganz normale Sache. Hintergrund der, daß das Finanzamt nicht wartet, bis eine Steuererklärung abgegeben wird, sondern aus den laufenden Einkommen sofort die Steuern kassiert. Bei Angestellten und Kapitalerträgen aus Deutschland werden die Steuern direkt vom Arbeitgeber bzw. der Bank abgeführt, bei anderen Einkunftsarten wie Selbständigen, Rentnern in der Steuerpflicht oder eben Kapitalerträgen aus dem Ausland wird direkt mit dem Steuerpflichtigen abgerechnet. Im Normalfall läuft das über die vierteljährlichen Vorauszahlungen. Im Fall daß erstmals solche Erträge auftreten wird – wie bei Dir – für das Folgejahr aber auch nachträglich eine Summe sofort fällig.

    Ein Einspruch als solcher hätte also keine Berechtigung. Wenn aber das Einkommen stark schwankt können die Vorauszahlungen auf Antrag des Steuerpflichtigen entsprechend angepasst werden.

    Jeder Trader der Kapitalerträge aus dem Ausland bezieht sollte Ende Dezember ermitteln wie hoch der Gewinn ausgefallen ist, die darauf entfallenden Steuern berechnen (also 25% + Soli + ggf. Kirchensteuer) und diese Steuern dem Kapitalkonto entnehmen.

    Sollten Deine Kapitalerträge in 2022 deutlich geringer als 2021 angefallen sein, solltest Du eine vorläufige Aufstellung machen und beim Finanzamt eine Herabsetzung der Vorauszahlung beantragen.

    Sobald Du quartalsweise Vorauszahlungen leisten musst solltest Du die anfallenden Steuern auf Deine Gewinne zeitnah dem Tradingkonto entnehmen. Du vergleichst dann immer die tatsächlichen Gewinne mit den der Vorauszahlung zugrunde gelegten und kannst wiederum bei deutlichen Abweichungen nach unten eine Herabsetzung beantragen (mit entsprechender Aufstellung).

    Im Ergebnis mußt Du auch bei ausländischen Kapitalerträgen die Steuer mit einkalkulieren und hast durch das Auslandskonto keinen Liquiditätsvorteil, dafür aber mehr Arbeit.

    Am besten ist natürlich, wenn Du einen entsprechenden Puffer an Geld zur Verfügung hast um auch eigentlich zu hohe Vorauszahlungen leisten zu können – mit Abgabe der Steuererklärung werden zuviel gezahlte Beträge ja erstattet.

    Für Selbständige ist diese Vorgehensweise schon immer selbstverständlich gewesen … als Trader hast Du den Vorteil, daß Du keine formelle Buchhaltung machen mußt und Du zahlst im Allgemeinen einen niedrigeren Steuersatz.

  • Rene

    Mitglied
    6. Januar 2023 um 19:22

    Hallo Marc,

    die Auszeichnung habe ich auch schon und ich halte immer etwas Geld dafür bereit.

    Hier muss man einfach sagen, dass ein Einkommen auch versteuert werden muss.

    Aus diesem Grund bin ich ab diesem Jahr mit einer GmbH unterwegs. Ich kann so monatlich fast 2k als Kosten absetzen und muss auf Aktiengewinne unter 2% Steuern zahlen. Je nach Strategie lohnt sich das ab 50k Depotgröße und ab 100k ist es eigentlich schon fast ein Muss. Mein Problem war bisher, dass mir die GmbH für ein Trading zu aufwendig und teuer war. Hier gibt es jetzt mit Ride feste Preise und viel Service. Somit laufen seit dem 3. Januar die ersten Aktionen in der GmbH und ich bin auch gleich zu IB direkt gewechselt. Viele Fragen zum Vererben und Entnahme werden in diesem Video erklärt https://www.youtube.com/watch?v=5KeHYAhuI-k. Wer Interesse hat, der kann sich gerne mit meinem Gutscheincode (RENSIE39598) anmelden und wir bekommen dann beide jeweils eine 50,00 € Gutschrift.

    Das Thema sollte man wirklich auf dem Schirm haben und viele Informationen gibt es bei Ride auf der Seite oder bei YouTube.

    Gruß René

    PS. Falls Interesse ist, dann könnt ihr mich auch gerne für mehr Informationen ansprechen.

  • Marc

    Mitglied
    6. Januar 2023 um 21:32

    Hallo ihr beiden,

    der Hintergrund ist mir schon klar. Auch, dass das FA auf das Geld nicht warten will, bis ich endlich mal die Steuererklärung abgegeben habe. Jedoch sehe ich bessere Investmentmöglichkeiten als eine Steuervorauszahlung an das FA 😀 Daher werde ich auch jeden Fall Widerspruch einlegen und diesen mit einer Unplanbarkeit der Erlöse argumentieren. Dass 22 schlechter ausgefallen ist, fällt als Argument “leider” weg. Ich kann mit dem Widerspruch ja nur gewinnen. Entweder sie erkennen ihn an oder eben nicht und ich zahle 1-2 Monate später 😉

    Das mit der GmbH hatte ich mir vor ein paar Jahren auch mal näher angeschaut, aber ich bin da zum Glück nicht aktiv geworden. Das Thema ist aus meiner Sicht extrem abhängig von der persönlichen Situation. Du hast das in dem anderen Thread ja schön beschrieben und das klingt auch alles sehr logisch und sinnvoll. Ich wollte mir immer maximale Flexibilität erhalten und das hat sich für meine Situation auch bewährt. Denn ich werde zum Winter nach Zypern ziehen. Dann hat sich das Thema erledigt 😀

    Beste Grüße, Marc

    • Rene

      Mitglied
      6. Januar 2023 um 23:12

      Auch eine Möglichkeit, allerdings nicht für die Ewigkeit. Ich fühle mich in Deutschland recht wohl und das mit den Steuern, kann ich verschmerzen. Mit der GmbH wird es ja etwas besser und ich mache es ja eh nicht für mich. Vielleicht schaffe ich es ja bis zur Stiftung, das Ziel dafür ist 1.000.000,00 €.

      • Marc

        Mitglied
        9. Januar 2023 um 14:32

        Ja, das ist natürlich alles extrem anhängig von vielen persönlichen Faktoren.

        (Familien-)Stiftung klingt auch sehr spannend. Ich hoffe du erreichst dein Ziel und wir können dann die Gründung einer Stiftung in einem neuen Thread mitverfolgen 🙂

        • Rene

          Mitglied
          9. Januar 2023 um 19:37

          Hallo Marc,

          ja, das Ziel ist ambitioniert, aber ich habe ja auch hoffentlich noch einige Zeit vor mir. Das große Handbuch der Stiftungen von Köber, Johann C., FinanzBuch Verlag hat mir die wesentlichen Grundzüge der Stiftungen vermittelt. Nun versuche ich meine Kinder davon zu überzeugen und arbeite mich auf den Weg nach vorne. Ich davon überzeugt, dass wenn die Kinder schon mehr Vermögen als die Eltern haben, es kein zusätzliches Erbe benötigt wird. Hier kann man etwas größer denken und für die nächsten Generationen und auch für benachteiligte Kinder etwas Gutes machen. Spart man damit auch noch Steuern, dann kann es doch eine Überlegung wert sein.

          Gruß René

  • Marc

    Mitglied
    9. Januar 2023 um 14:30

    Hallo zusammen,

    ich habe eben mit dem FA telefoniert. Nachdem mir die Beamtin erstmal zu meinen Kapitalerträge gratuliert hat 😅, hat sie mir die ganzen worst case Annahmen, die zur Berechnung der Vorauszahlung einfließen, genannt. Das ist so haarsträubend, dass es eigentlich schon unprofessionell ist 😀 Aber gut, das ist ein anderes Thema.

    Definitv werde ich Einspruch einlegen und die Vorauszahlung mindestens deutlich reduzieren können.

    Beste Grüße, Marc

    • Rene

      Mitglied
      9. Januar 2023 um 15:20

      Hallo Marc,

      vielen Dank für Info und ich werde nach der Verlagerung in der GmbH wohl auch solche Gespräche führen müssen.

      Gruß René

  • Michael

    Mitglied
    25. Januar 2023 um 06:16

    Viel Erfolg Marc, das würde ich an Deiner Stelle auch machen, bisher lassen die mich in Ruhe, liegt aber eher an den kleinen Umsätzen 😉

    Evtl. willst Du uns weiterhin auf dem Laufenden halten.

    • Marc

      Mitglied
      26. Januar 2023 um 09:32

      Danke, Michael! Ich bin schon sehr gespannt auf die Antwort des FAs. Mittlerweile liegt der Einspruch (inkl. Antrag auf Aussetzung der Vollziehung) seit einer Woche beim FA. Mal schauen, wann eine Rückmeldung kommt 😉

      Liebe Grüße, Marc

  • Marc

    Mitglied
    6. Februar 2023 um 11:42

    Hallo Kollegen,

    heute kam die Antwort vom FA – mein Einspruch wurde anerkannt und die Steuervorauszahlung komplett gestrichen 😎 Es zeigt sich also, dass es sich lohnt, gegen so etwas anzugehen. Auch wenn dir die Mehrheit das Gegenteil empfiehlt – wie an der Börse eben 😀

    Spannend wird natürlich die Diskussion fürs kommende Jahr – aber da ich 2024 nicht mehr in D steuerpflicht sein werde, sollte das auch zu argumentieren sein 😉

    Grüße, Marc

    • Andreas

      Mitglied
      8. Februar 2023 um 08:08

      Hallo Marc

      Gratuliere! Das ist Ansporn für mich das ebenfalls beim FA in Ö zu versuchen.

      Happy Trading!

      Gruß Andreas

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