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Anmeldung Forums Fragen (Pro’s) CC auf Basiswerte, die hohen Buchverlust aufweisen Antworten auf: CC auf Basiswerte, die hohen Buchverlust aufweisen

  • Jan

    Mitglied
    13. Februar 2022 um 20:43

    Hallo Thomas,
    Du sprichst hier ja ein Thema an, dass vermutlich viele bewegt und es ist gut zu überlegen welche Optionen man hat.
    Aus meiner Sicht muss man sich entscheiden, ob man ein zusätzliches Risiko eingehen will oder dem “klassischen Ansatz” (Deine Nummer 3) folgen will. Dazu kommt dann sicher noch Deine Nummer 1, wobei ich hier durchaus eine valide Option sehen kann, wenn man normalerweise klassisch verfährt (dann ist man ja eigentlich Aktienanleger und hat hoffentlich eine Analyse gemacht die einen bestätigt die Aktie für den damaligen Strike Preis auch besitzen zu wollen) und die Einschätzung zur Aktie ändert oder seine ganze Strategie ändert und ein paar der Positionen auflösen muss, um weiterzumachen.
    Das zusätzliche Risiko, das ja auch bedeutet man muss dafür noch Kapital haben, kann man sicher in diversen Formen eingehen:
    -Dein Punkt 2 finde ich da eher am wenigsten optimal.
    -Eine eher gesehene Abwandlung von Punkt 2 ist doch auf dem tieferen Level erneut short puts zu verkaufen (auch bekannt als rescue Mission). Da hat man ja schon viele Optionen, eher konservativ mit geringem Delta oder eher ATM.
    Aus meiner Sicht macht das alles aber eher Sinn, wenn man zusätzlich noch über andere Input Kanäle wie Charttechnik oder Fundamentalanalyse die Wahrscheinlichkeit für einen Boden bei dem Preis erhöhen kann. Hier wird es nun wieder dünner das Eis, denn wer kann das schon in der breiten Masse?
    -auch Premium auf der Call Seite mit niedrigeren Strikes als dem BE Preis zu sammeln ist eine Möglichkeit die es in vielen Ausprägungen gibt. Punkt 4 bei Dir ist eine sehr aggressive Variante. Diese kann gut gehen, muss aber nicht.
    Stell Dir vor die Aktie steigt stärker an und Du kaufst den/die calls mit Verlust zurück. Die Aktie erreicht aber noch nicht den Punkt wo Du diese wieder lost wirst. Nun fällt die Aktie wieder auf den Kurs zurück wo Du gestartet hast. Dann hast Du Verlust über den Rückkauf der calls gesammelt und stehst beim gleichen Preis der Aktie schlechter da also vorher.
    -Alternativ geht man etwas weiter weg mit dem Strike, bekommt aber weniger Prämie. Ich versuche dann meistens eher für eine Miniprämie weiter zu rollen. Problem ist: steigt die Aktie nun auf den Kurs Deines Einstandes, hast Du immer noch den gerollten short call, also praktisch den eingefrorenen Verlust.
    -es gibt dass noch ein paar andere Ideen, welche die oben aufgeführten Grundideen weiterentwickeln, wie z.B. Ratio Spreads

    Persönlich sehe ich das so:
    Wenn man mehr möchte als die Standard CSP/CC Strategien wie Wheel, dann gibt es keine einfache Strategie die immer wirkt. Viele haben die V-förmigen Erholungen im Bild, weil dies seit 2020 Coronna immer so war. Dein Punkt 4 baut ja auch darauf auf, dass es nicht wieder zurück sondern hoch geht.
    Um hier Strategien umzusetzen ist es meist hilfreich dann doch viel mehr Skills zu haben und Erfahrung kann auch nicht schaden. Und selbst dann sind die Ergebnisse der Trader doch oft unterschiedlich, weil man eventuell auch beim Timing und der gewählten Strategie noch ein Quäntchen Glück braucht. Deswegen ist es aus meiner Sicht auch wichtig Strategien anzuwenden die nicht Prämie verbrennen wenn diese nicht aufgeht (und dazu zähle ich Deinen Punkt 4)

    Ich hoffe die Anregungen helfen weiter